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Regulierungstransparenz im weltweiten Vergleich

15. Dezember 2015

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aIm globalen Vergleich ist Transparenz von Regulierung für Unternehmen in der EU relativ hoch. Betrachtet man vier Bereiche, die für Geschäftstätigkeit von Unternehmen Bedeutung haben, – Unternehmensgründung, die Übertragung von Grundrechten, Baugenehmigungen und Anbindung an das Stromnetz – sind hier Informationen über Gebührenordnungen in der Regel einfach zugänglich. Zwar gibt es zwischen den Kategorien graduelle Unterschiede – Informationen über Gebührenordnungen bei Unternehmensgründungen sind leichter zugänglich als für Bauprojekte – aber insgesamt ist das Transparenzniveau hier relativ hoch. Dies bedeutet, dass für Unternehmen relevante Informationen in der Regel öffentlich verfügbar sind, beispielsweise bei der zuständigen Verwaltungsstelle durch Broschüren oder Aushänge oder direkt auf der Website von Behörden, und es nicht nötig ist, diese extra bei der Verwaltung anzufordern.[1] Wie einfach Informationen über Gebührenordnungen in den ausgewählten Bereichen zugänglich sind, ist natürlich nur ein möglicher Ansatz, um Transparenz von Regulierung zu messen bzw. zu bewerten. Nichtsdestotrotz gibt dies Hinweise auf die unterschiedlichen Rahmenbedingungen, in denen Unternehmen weltweit operieren.

Mehr Transparenz ist eine gute Nachricht für Firmen, weil damit üblicherweise geringere Kosten für Informationsbeschaffung einhergehen. Dies kann wiederum Planungsprozesse erleichtern. Für Volkswirtschaften insgesamt kann mehr Transparenz Markteintrittsbarrieren reduzieren, Wettbewerb und effizientere Ressourcenallokation fördern. Darüber hinaus kann Transparenz die Einhaltung von Regeln fördern.

Informationen zu Regulierung von bzw. für Unternehmen sind in der Regel in Ländern mit höherem pro Kopf Einkommen einfacher zugänglich. Dies spiegelt auch die Kapazität der Verwaltungen wider. Allerdings gibt es hier durchaus auch Ausnahmen, d.h. Länder, in denen trotz geringerer pro Kopf Einkommen Informationen zu Regulierung relativ gut verfügbar sind, beispielsweise Tansania oder Georgien. Auch Institutionen spielen für das Bereitstellen von Informationen durch die Verwaltung eine Rolle. Demokratien sind hierbei in der Regel transparenter, was nicht nur im Hinblick auf die Zugänglichkeit von Verwaltungsvorgaben oder Gebühren, sondern in ähnlicher Weise auch für die Bereitstellung von (makroökonomischen) Daten gilt. Schließlich gibt es Hinweise, dass niedrigere Zugangsbarrieren beim Zugang zu Informationen über Regulierung auch mit besserer Regulierung einhergehen.[2]

Für weitere Analysen zur Qualität des unternehmerischen Umfelds in der Eurozone siehe Research briefing: Das unternehmerische Umfeld in der Eurozone: Warum der Blick ins Detail lohnt

 

[1] Die Weltbank hat die Transparenz öffentlicher Stellen, die Regulierung umsetzen, untersucht. Hierbei bewertet sie Informationen als einfach zugänglich, wenn diese öffentlich verfügbar sind, etwa über Websites, Aushänge, Bekanntmachungen oder Broschüren. Als nicht einfach verfügbar gilt, wenn für die entsprechenden Informationen ein separater Termin bei der Behörde nötig ist. Die Datenerhebung erfolgte Jan.-Aug. 2012. Für weitere Informationen s. http://www.doingbusiness.org/data/transparency

[2] Siehe Weltbank (2013): „How transparent is business regulation around the world?“ sowie Hollyer, Rosendorff und Vreeland zu institutionellen Determinanten von Transparenz: HRV transparency project http://0001c70.wcomhost.com/wp2/

 

 

 

 

 

 

 
 
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