Deutsche Bank Research
Wirtschafts- und Europapolitik
In diesem Bereich geht es um Analysen von und Kommentaren zur europäischen (und insbesondere deutschen) Wirtschafts- und Finanzpolitik. Ein Schwerpunkt bildet die institutionelle Entwicklung der EU, vor allem der Währungsunion, sowie ihrer einzelnen Politikbereiche.
Aktueller Kommentar
Arbeitslosengeld Q und die Krux mit der Gerechtigkeit
„Zeit für mehr Gerechtigkeit“ heißt das Schlagwort, mit dem die SPD und ihr Spitzenkandidat Martin Schulz in den Wahlkampf ziehen. Für die Arbeitsmarktpolitik präsentierten der Kanzlerkandidat und Bundesarbeitsministerin Nahles kürzlich erste konkrete Pläne dazu. Sie wollen das Arbeitslosengeld I um eine neue Komponente erweitern sowie den Zugang zu den Lohnersatzleistungen erleichtern. Mit dem neuen Arbeitslosengeld Q sollen Bezieher/innen von Arbeitslosengeld I einen Rechtsanspruch auf Qualifizierung erhalten. Damit kann sich für jüngere Berechtigte die Bezugsdauer um bis zu 12 Monate und für ältere ab 58 sogar um 24 Monate auf zwei bzw. sogar vier Jahre verdoppeln. Um das Arbeitslosengeld für Personen mit unstetiger Erwerbstätigkeit besser zugänglich zu machen, soll zudem die so genannte Rahmenfrist verlängert werden. Unter 50-jährige Antragsteller, zum Beispiel, könnten demzufolge die erforderliche Mindestbeitragszeit von (in ihrem Fall) 12 Monaten innerhalb von drei statt bislang zwei Jahren vor Antragstellung erwerben. [weiter]
Aktuelle Grafik
EU-Monitor
Investitionen und Wachstum stärken: Die Rolle der Förderbanken in Europa
Die Finanzkrise hat Förderbanken wieder verstärkt in den Fokus gerückt. Sie sind Teil des wirtschaftspolitischen Instrumentariums, um zyklische und strukturelle Schwierigkeiten in Volkswirtschaften zu überwinden, und ergänzen Finanzsysteme, indem sie deren Funktions- und Widerstandsfähigkeit erhöhen. Besonders in Europa hat zuletzt das Interesse an Förderbanken als Instrument zur Steigerung von Wachstum und Investitionen zugenommen. Angesichts des ökonomischen Umfelds und der Veränderungen auf den europäischen Banken- und Finanzmärkten dürften Förderbanken auch in den kommenden Jahren weiter eine wichtige Rolle spielen. Allerdings verlagert sich ihr Fokus von Krisenbewältigung (zurück) zur Unterstützung struktureller Veränderungsprozesse in Volkswirtschaften. Hierbei können Förderbanken eine nützliche flankierende Rolle spielen, indem sie Marktversagen adressieren. Risiken sind eine mögliche “Über(be)lastung” von Förderbanken sowie überzogene Erwartungen an deren Leistungsfähigkeit. [weiter]
Im Fokus
Die größten Familienunternehmen in Deutschland: Frühjahrsbefragung 2016
Die Bedeutung der größten Familienunternehmen (Umsatz > als EUR 50 Mio) für die deutsche Volkswirtschaft ist ungebrochen. Die größten Familienunternehmen haben die globalen Wachstumsmärkte fest im Blick. Zwar bleibt der europäische Binnenmarkt ihr Heimatmarkt und Frankreich Exportland Nummer 1. Inzwischen beschäftigen aber rd. ein Drittel der befragten Unternehmen eigene Mitarbeiter in China. Generell sind besonders die industriellen Familienunternehmen internationaler aufgestellt. Im Durchschnitt erwirtschaften sie ein Viertel ihres Umsatzes durch Exporte und beschäftigen einen annähernd so großen Anteil ihrer Mitarbeiter im Ausland. Die wachsende Zahl globaler Risiken oder die nachlassende Wachstumsdynamik in China trüben daher die Stimmung in den Unternehmen. [weiter]
Research Briefing
Das unternehmerische Umfeld in der Eurozone: Warum der Blick ins Detail lohnt
Die Qualität des unternehmerischen Umfelds ist ein zentraler Faktor für die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes. „Gute Regeln“ sichern funktionsfähige Märkte, erhöhen Effizienz und stärken Anreize für unternehmerisches Handeln. Im internationalen Vergleich schneidet die Eurozone gut ab, wobei sich in den Einzeldimensionen, insbesondere beim Insolvenzrecht und bei Kreditmärkten, Unterschiede zeigen. Einige Länder haben in den letzten Jahren deutliche Verbesserungen im unternehmerischen Umfeld verzeichnet, etwa Portugal, Slowenien und Lettland. Deutschland gehört bei vergleichsweise guten Ausgangswerten zu den Ländern mit wenig positiver Dynamik. Ein gutes unternehmerisches Umfeld dürfte nicht zuletzt für mehr Investitionen, wie beispielsweise über den EFSI angestrebt, förderlich sein. Entsprechend liefert der genauere Blick hier auch einen Baustein in der gegenwärtigen Reformdiskussion in Europa. [weiter]
 
 
Publikationen
Analysen zum Themengebiet Wirtschaftspolitik finden Sie in folgenden Periodika: 
Mittelstand
Data Flash Eurozone
(nur in Englisch) 
    Europawahl 2014
    Copyright © 2017 Deutsche Bank AG, Frankfurt am Main