Deutsche Bank Research
Makroökonomie
Hier finden Sie Analysen zur deutschen und globalen Wirtschaft und dem nationalen und internationalen Finanzmarktgeschehen. Neben Konjunktur- und Finanzmarktprognosen stellen wir auch Analysen zu strukturellen und langfristigen Fragen vor.
Deutschland-Monitor
Deutsche Staatsfinanzen: Überschüsse dank Vollbeschäftigung und Nullzins, aber Demografie droht!
Die deutschen Staatsfinanzen stehen derzeit im internationalen Vergleich sehr gut da, dank starker Konjunktur und Nullzinsen. Die günstige Entwicklung der deutschen Staatsfinanzen dürfte kurz- bis mittelfristig aufgrund dynamisch wachsender Staatseinnahmen – und trotz hohem Ausgabenwachstum – andauern. Die Staatsfinanzen profitieren derzeit sehr stark von einer brummenden Wirtschaft, Niedrigzinsen und einer „demografischen Atempause“. Steigende Zinsen und eine alternde Gesellschaft dürften die öffentlichen Finanzen ab Mitte der nächsten Dekade erheblich unter Druck setzen. Doch die langfristigen Risiken für die Staatsfinanzen scheinen im aktuellen Bundestagswahlkampf keine größere Rolle zu spielen. [weiter]
Ausblick Deutschland
Ausblick Deutschland: Überhitzungsrisiken drohen
Die deutsche Wirtschaft dürfte auch im zweiten Quartal ihr kräftiges Wachstumstempo beibehalten haben. Insbesondere der Konsum entwickelt sich dank zuletzt wieder sinkender Ölpreise und weiter kräftig steigender Beschäftigung günstiger als erwartet. Wir haben unsere BIP-Prognose für das Gesamtjahr auf 1,6% (1,3%) angehoben, was einer kalenderbereinigten Rate von 2% entspricht. Auch in 2018 dürfte das deutsche BIP mit 1,7% bereits das fünfte Jahr in Folge über der Potenzialrate von 1 ¼% wachsen. Die Outputlücke dürfte dann auf über 2pp steigen. Der enge Arbeitsmarkt könnte bei den Anfang 2018 anstehenden Tarifverhandlungen (Metall, Öffentlicher Sektor und Bau) zu steigenden Lohnabschlüssen von teilweise deutlich über 3% führen. Vor dem Hintergrund zusätzlicher fiskalischer Impulse nach der Bundestagswahl und einer weiterhin extrem lockeren Geldpolitik steigt das Überhitzungsrisiko zumindest in Teilbereichen der deutschen Volkswirtschaft zusehends an. Jedoch dürfte die Inflationsrate bis weit in das Jahr 2018 noch unter 2% liegen, nicht zuletzt weil wir keine Abwertung des EUR gegenüber dem USD mehr erwarten. (Weitere Themen dieser Ausgabe: Hauspreise; EZB-Politik) [weiter]
Globaler Ausblick
Die Welt nach dem Brexit
Allmählich legt sich der Staub, den der Brexit weltweit aufgewirbelt hat, und wir können so unsere Konjunkturprognosen für das kommende Jahr unter den neuen Vorzeichen überarbeiten. Trotzdem sind unsere Einschätzungen mit noch größeren Unsicherheiten als üblich behaftet, und wir müssen hinter alle unsere Zahlen große Fragezeichen setzen. Insgesamt gehen wir jedoch davon aus, dass der überraschende Ausgang des Referendums im kommenden Jahr nur sehr begrenzte negative Auswirkungen auf die Weltwirtschaft haben wird. Im Vergleich zu unserem Ausblick von Dezember 2015 haben wir unsere Wachstumsprognosen für das laufende und das kommende Jahr um einige Zehntelprozentpunkte nach unten genommen, was aber nur zum Teil auf den Brexit zurückzuführen ist. [weiter]
Neueste Publikationen und Beiträge
02.09.2016
BIP-Wachstum, Finanzierungssaldo; Leistungsbilanzüberschuss; Privatanleger; Deutsche Industrie; EZB
27.07.2016
Weniger Insolvenzen in deutscher Industrie, Hypothekenkredite, Wohnungsmarkt, EZB
28.01.2016
Deutsches BIP-Wachstum, Lohnrunde 2016, EZB
dbStandpunkt
Hochburg der Stabilität: Was Deutschland so erfolgreich macht
Deutschland ist Stabilitätsanker mit unangefochtener Führungsrolle in Europa und befindet sich als einziges Land auf annähernd gleicher Augenhöhe mit den USA. Dies basiert auf vielen, sich zum Teil bedingenden und verstärkenden strukturellen Faktoren, die wir in fünf Gruppen einteilen: (1) Stabilitäts- und wachstumsorientierte Makropolitik (2) Ordo-liberal geprägte Institutionen (3) Global aufgestellte – strukturell einzigartige – Unternehmen (4) Ein ausgleichendes Sozialsystem mit kooperativen Tarifpartnern (5) Eine langfristige Orientierung von Unternehmen und Bürgern mit der Bereitschaft, auf sofortige Belohnung zu verzichten – dem ultimativ wichtigsten Erfolgsfaktor! Die Kombination aus innovativen, international aufgestellten Firmen, funktionierenden Institutionen und gut ausgebildeten Arbeitnehmern wird unserer Meinung nach auch zukünftig Wettbewerbsfähigkeit und Wohlstand sichern. Die deutsche Politik steht damit vor der großen Herausforderung, die Eurozone zusammenzuhalten. Sollten in wichtigen Partnerländern eurokritische Strömungen die Oberhand gewinnen und damit die disruptiven Risiken steigen, könnte es auch in Deutschland zu einer Neueinschätzung der Kosten und Nutzen kommen. [weiter]
Aktueller Kommentar
Negative Leitzinsen – die Zweifel nehmen zu
Die Debatte, ob negative Leitzinsen (Negative Interest Rate Policy, NIRP) den geldpolitischen Transmissionsmechanismus unterstützen oder ihn belasten, wogt weiter. Nachdem die BIZ und viele andere – unter anderem auch wir – schon lange vor der ungebremsten Öffnung der geldpolitischen Schleusen und den Nebenwirkungen negativer Notenbankzinsen warnen, hat jetzt auch der Chef der englischen Zentralbank, Mark Carney, negativen Zinsen eine klare Absage erteilt, obwohl er nach dem Brexit-Schock mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln versucht, ein Abgleiten der britischen Wirtschaft in die Rezession zu verhindern. Sein im August auf den Weg gebrachtes Maßnahmenpaket hat die Markterwartungen deutlich übertroffen, Minuszinsen hat Carney aber mit Hinweis auf die negativen Auswirkungen auf die Kapitalmärkte ausgeschlossen. [weiter]
Welt-Prognosekarte
Prognosen im Überblick
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BIP (% gg. Vj.)
2015 2016P 2017P
USA 2,6 1,6 2,4
Japan 1,1 1,0 1,2
Euroland 1,9 1,7 1,9
Deutschland 1,7 1,9 1,6
Frankreich 1,0 1,1 1,4
Italien 0,8 0,9 1,0
Großbritannien 2,2 1,8 1,6
Australien 2,4 2,5 2,4
Russische Föderation -2,8 -0,4 1,6
China 6,9 6,7 6,7
Indien 7,5 7,9 7,0
Kanada 0,9 1,5 2,7
Brasilien -3,8 -3,6 0,7
 
 
 
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