Deutsche Bank Research
Banken, Finanzmärkte und Regulierung
Die Struktur der internationalen Finanzmärkte beeinflußt ebenso wie der regulatorische Rahmen die Entwicklung von Finanzdienstleistern und Volkswirtschaften. Szenarien für die zukünftige Entwicklung des globalen Finanzmarkts, die damit verbundenen Chancen und Risiken sind ein Schwerpunkt der Arbeit von Deutsche Bank Research.
Aktueller Kommentar
Sisyphus lässt grüßen: Europas Banken sind wieder zurück auf Los
Die europäischen Banken haben einen guten Jahresauftakt verzeichnet. Die Erträge sind gestiegen, und zwar deutlich stärker als die Kosten. Die Kreditrisikovorsorge blieb niedrig. Unter dem Strich legte der Gewinn kräftig zu, um mehr als 40% verglichen mit dem Wert vor 12 Monaten. Die Zuwächse wurden allerdings gegenüber einem schwachen Vorjahreszeitraum erzielt – genaugenommen ist die Branche in vielerlei Hinsicht nur wieder dort, wo sie in Q1 2015 war. Mehr noch: Bei einer reinen Betrachtung der GuV hat sich seit dem Ausbruch der europäischen Schuldenkrise in Griechenland vor sieben Jahren ziemlich wenig verändert. Die Bankenbranche ist seitdem mehr oder weniger auf der Stelle getreten – eine frustrierende Erfahrung nach Jahrzehnten starken Wachstums und erheblichen Restrukturierungsanstrengungen in den letzten Jahren. Zumindest bei anderen Indikatoren sind deutliche Verbesserungen klar erkennbar, nicht zuletzt mit Blick auf den Risikoab- und Kapitalaufbau der Banken (nur in Englisch verfügbar). [weiter]
Globale Finanzmärkte
Synthetische Verbriefung: Comeback im Stillen
In letzter Zeit sind die Verbriefungsmärkte wieder in den Blickpunkt der politischen Entscheidungsträger gerückt, dieses Mal allerdings als erhofftes Allheilmittel für die schwache Kreditvergabe in Europa statt als Schuldige der Finanzkrise. Aktuell liegt der Fokus größtenteils auf True-Sale-Verbriefungen. Dennoch besitzt die synthetische Verbriefung ebenso nennenswertes Potenzial, insbesondere für die KMU-Kreditvergabe. In den letzten Jahren verzeichnete die synthetische Verbriefung gemischte Trends: 1) Komplexe Arbitrage-Geschäfte sind fast vollständig verschwunden. 2) Klassische synthetische Verbriefungen sind 2016 auf ein Emissionsvolumen von EUR 94 Mrd. angestiegen. Die Transaktionen sind mittlerweile vorwiegend nicht-öffentlich, aber trotzdem deutlich weniger komplex und von robuster Assetqualität. Klassische synthetische Verbriefungen in den Regulierungsrahmen für einfache, transparente und standardisierte Verbriefungen (STS) einzubeziehen, wäre sinnvoll und könnte zur Erholung der Kreditvergabe in Europa beitragen (nur auf Englisch verfügbar). [weiter]
Unternehmensfinanzierung in DE
Deutsches Kreditgeschäft etwas weniger dynamisch als die Konjunktur in Q1 2017
Das Kreditvolumen mit Unternehmen und Selbstständigen hat im ersten Quartal so stark zugelegt wie seit der Finanzkrise nicht mehr (1,3% ggü. Vq. bzw. 2,2% ggü. Vj.). Allerdings blieb die Dynamik im Geschäft mit der Industrie verhalten, während es im Bau und Handel hervorragend lief. Verbünde und Auslandsbanken schnitten einmal mehr stark ab. Anleiheemissionen legten eine Verschnaufpause ein, Commercial Paper und das Leasing expandierten dagegen stark.Die deutsche Volkswirtschaft ist auch in Q1 robust gewachsen (BIP +0,6% ggü. Vq.), überraschenderweise vor allem getragen vom Außenbeitrag. Aber auch die Binnenkonjunktur setzte ihre positive Entwicklung fort, insbesondere der private Konsum: mit 13 Quartalen mittlerweile längster ununterbrochener Anstieg seit der Wiedervereinigung. Die BIP-Prognose für das Gesamtjahr wurde auf 1,6% angehoben, 2018 bestehen Überhitzungsrisiken. [weiter]
EU-Monitor
Groß oder klein? Wie man die Größe einer Bank misst
Entscheidungsträger, Kunden und Banker selbst wollen wissen, was eigentlich eine „große“ Bank ausmacht. Auf welchen Indikator sollten Aufseher schauen, die sich für Systemrelevanz und Risiken für die Finanzstabilität interessieren? Woran sollte sich ein Unternehmen orientieren, das eine Bank braucht, die große Finanzierungen bereitstellen und beträchtliche Risiken aus Absicherungsgeschäften übernehmen kann? Es gibt verschiedene Kennzahlen für die Größe einer Bank, die alle ihre Stärken und Schwächen haben. Regulierer und Wissenschaftler verwenden meistens die Bilanzsumme, einen auf Bilanzierungsregeln beruhenden Wert. Andere Beobachter ziehen das Kernkapital oder die Marktkapitalisierung heran, zwei auf Regulierungsvorgaben beziehungsweise Marktwerten beruhende Kriterien. Die Studie analysiert diese und andere Maße und vergleicht Banken in verschiedenen Ländern und Finanzsystemen. Am Ende empfiehlt die Studie einen Indikator, der am besten geeignet ist, die Größe einer Bank zu messen. [weiter]
Globale Finanzmärkte
Bargeld, Freiheit und Verbrechen: Bargeld in der digitalen Welt
Obwohl der Zahlungsverkehr zunehmend digital wird, wächst in Europa die Nachfrage nach Bargeld. Der Euro-Bargeldumlauf ist mittlerweile auf 1,1 Billionen Euro gestiegen – eine Verdreifachung im Vergleich zu 2003. Bargeld setzt der Macht der Zentralbanken Grenzen, es gewährleistet Datenschutz und kann somit dazu beitragen, Bürgerrechte zu sichern. Andererseits geht eine intensive Nutzung von Bargeld häufig mit einer stärkeren Schattenwirtschaft einher. Der Wechsel zu bargeldlosen Zahlungen scheint dagegen zu einem Anstieg des Kartenbetrugs zu führen. [weiter]
 
 
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